Rechtlicher Hintergrund: Die schweizerische Finanzmarktaufsicht unterscheidet in Bezug auf den Anlegerschutz zwischen dem qualifizierten Anleger und dem gewöhnlichen Anleger (auch Publikumsanleger). Im Gegensatz zum gewöhnlichen Anleger weist der qualifizierte Anleger in aller Regel eine höhere Professionalität in Finanzfragen auf und/oder verfügt über ein höheres Finanzvermögen, weshalb ihm gegenüber die Anlegerschutzbestimmungen herabgesetzt sein können.

Definition des qualifizierten Anlegers: Als qualifizierter Anleger gilt (und zwar unabhängig von seiner effektiven Anlageerfahrung) u.a. auch eine vermögende Privatperson. Hierunter ist eine Person zu verstehen, die schriftlich bestätigt (es ist kein Beweis notwendig), direkt oder indirekt über frei verfügbare (also nicht fest gebundene bzw. schwer liquidierbare) Finanzanlagen in der Höhe von insgesamt mindestens CHF 2 Mio. netto (also nach Abzug allfälliger Schulden) zu verfügen.

Als Finanzanlangen gelten gegenwärtig namentlich:

  • Bankguthaben (auf Sicht oder auf Zeit)
  • Treuhandvermögen
  • Effekten (einschliesslich kollektive Kapitalanlagen und strukturierte Produkte)
  • Derivate
  • Edelmetalle
  • Lebensversicherungen mit Rückkaufswert
  • Ev. Kunstgegenstände (sofern marktgängig)

Nicht als Finanzanlagen gelten gegenwärtig namentlich:

  • Direkte Anlagen in Immobilien
  • Ansprüche aus Sozialversicherungen (insbesondere auch Guthaben der 2. und 3. Säule)

Quelle: Rundschreiben der Eidg. Finanzmarktaufsicht FINMA betr. Öffentliche Werbung i.S. der Gesetzgebung über die kollektiven Kapitalanlagen (FINMA-RS 08/8)